Halloween 2019: Kapitel 5 – Von dem Plan eines Asuras und dem Weg in die Nebel

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„Da habt Ihr beiden ja ein schönes Unheil angerichtet“, stellte Lexxiz nüchtern fest, als Syrin sich unter einem herabhängenden Kabelbündel im Labor des Asuras hindurchduckte.

„Haben wir?“, fragte Syrin und erntete dafür einen spöttischen Blick. Irgendwie schaffte dieses kleine Wesen es hervorragend, herablässig nach oben zu schauen. „Natürlich habt Ihr! Wer denn sonst? Du wolltest es schließlich unbedingt Deinem Tribun nachtun und Heldentaten in den Nebeln vollbringen. Das hast Du jetzt davon.“

Syrin knurrte finster. Leider hatte der Asura vollkommen recht – auch wenn er es ihr nicht so schonungslos um die Ohren hätte hauen müssen.

„Nicht Syrin, ich habe meine Mütze verloren, mit der dieser Rijja den multiinterdimensionalen Sphärentranslokator gebaut hat“, wandte Elna ein.

„Pah!“ Lexxiz winkte ab. „Das hat denen die Sache nur leichter gemacht. Vermutlich hätten auch ein paar Fellbüschel von Syrin ausgereicht. Aber ich habe eine gute Nachricht für Dich, Charr: Du wirst noch zu Deiner Heldentat in den Nebeln kommen, denn dieses Unheil muss wieder richtiggestellt werden und dreimal dürft Ihr raten, wessen Forschung Euch dabei helfen wird.“

„Die von Zojja?“, konnte Syrin sich den Seitenhieb nicht verkneifen, als Lexxiz ihr nur einen finsteren Blick zuwarf.

„Dieser Rijja ist nicht der einzige, der die Nebel erforscht. Ich habe zwar keinen MIST konstruiert, aber ich weiß, wie dieser MIST wahrscheinlich funktioniert. Wenn man einen ausreichend mächtigen Dimensionsanker in den MIST integrieren würde, kann ich die sichere Wahrscheinlichkeit evaluieren, dass dieser bekloppte Hof wieder dahin verschwindet, wo er hergekommen ist. Und hier kehrt dann endlich wieder Ruhe ein.“ Mit einem finsteren Blick starrte Lexxiz auf den Schnitzkürbis, den jemand auf magische Weise direkt in sein Labor gestellt hatte. „Und wir dachten immer, dass irgendwann die magischen Siegel brechen würden. Konnte ja keiner ahnen, dass Ihr zwei Helden das ganze noch beschleunigt.“

„Moment mal, Ohrenzwerg!“ So langsam juckte die Wut in Syrins Klauen. „Du hast uns in diese Ruinen geschickt, damit wir für Dich da Beobachtungen durchführen! Das ist also auch …“

„Hört auf zu streiten! Syrin! Lexxiz! Das hilft niemandem.“ Elna atmete hörbar ein und sah bittend zu Syrin auf. „Ich weiß, wir sind alle angespannt, weil da draußen jetzt ein vormals verbannter König herumrennt, aber können wir endlich die Vorwürfe beiseitelassen und nach Lösungen suchen? Lexxiz, Du meintest, Deine Forschung könne uns helfen. Wie genau?“

Der Asura grinste und zeigte dabei seine spitzen Zähne. „Oh, ganz einfach. Ihr müsst in die Nebel zurück und dort einen ausreichend starken Dimensionsanker finden. Wenn wir den in den MIST intergieren, verschwindet unser Problem sozusagen von allein wieder zurück in die Nebel. Das repariert zwar die Siegel nicht, die den Verrückten König verbannen, aber darum können sich dann irgendwelche Verbannungsspezialisten kümmern.“

„Und was wäre ein passender Dimensionsanker?“, grollte Syrin und sah sich im Labor um.

„Lass es, Charr. Wenn ich einen hätte, wäre das da draußen ein guter Grund, den auch einzusetzen“, meinte Lexxiz und zeigte auf einen Bildschirm, auf dem gerade eine Aufnahme der mystischen Schmiede zu sehen war, über der ein gewaltiger Kessel an stählernen Ketten schwebte. „Wir brauchen etwas aus den Nebeln, etwas, das die Nebel selbst repräsentiert und das eine stärkere Sogwirkung auf den Verrückten Hof ausübt als eine Wollmütze. Ich würde es als ‚die Essenz der Nebel‘ bezeichnen – einen kleinen Teil der Nebel selbst. Ja, das sollte funktionieren.“ Lexxiz grinste. „Zum Glück habe ich einen fähigen Dieb bei der Hand, der es schaffen sollte, die Essenz dann in den MIST einzubauen.“

Elna schüttelte mutlos den Kopf und auch Syrin spürte, wie ihre Stimmung weiter sank. „Das ist hoffnungslos, Asura. Wie sollen wir das machen?“

„Indem ich Euch ein Portal in die Nebel öffne. Das immerhin kann ich tun. Und um die Essenz einzufangen, kann ich Euch diesen Dimensionsextraktor geben. Keine Ahnung, ob das Ding in den Nebel richtig funktioniert, aber eine andere Chance haben wir nicht.“ Lexxiz drehte sich um und kramte in einer Kiste. Schließlich reichte er Elna ein kleines Gerät und eine Art Energiefeldbehälter. „Hier. Das ist der Dimensionsextraktor. Es ist ein Prototyp, also passt auf damit. Einen zweiten habe ich nicht und vermutlich auch niemand sonst.“

Elna nickte und sah zu Syrin auf. „Wie kommen wir in die Nebel?“

Syrin schnaufte. „Vermutlich hat Oberschlau auch dafür bereits eine Lösung, oder?“

„Allerdings.“ Lexxiz schniefte pikiert. „Habe mit so etwas gerechnet, als diese Irren in Löwenstein angekommen sind, und mein altes Nebelportal wieder flott gemacht. Die Reparatur hat mich meinen Toaster als Ersatzteillager gekostet. Kommt mit.“

Syrin verzichtete darauf, nachzufragen, als der Asura bereits losstiefelte und sie tiefer in sein Labor führte. Schließlich legte er eine Reihe von Schaltern um und in einer Ecke begann sich in einem ringförmigen Rahmen das Nebelportal aufzubauen. „Bitte sehr. Und kommt besser nicht ohne die Essenz der Nebel zurück.“

Na dann. Mit gestäubtem Fell spürte Syrin, wie Elna nach ihrer Pranke griff. „Zusammen?“

Sie nickte nur. Reizende Aussichten waren das, ihr Leben diesem zusammengehusteten Asuraschrott anzuvertrauen. Leider hatten sie kaum eine andere Wahl.

Als Syrin durch das Portal trat, dachte sie für einen Moment, Lexxiz hätte sich einen Spaß erlaubt, denn noch immer standen sie in seinem Labor. Nur dass der Asura nicht da war. Stattdessen waberten geisterhafte Nebelschwaden durch die Luft und die Wände. „Wir sind tatsächlich in den Nebeln“, murmelte Syrin und sah zu Elna hinunter, die betreten auf ein rauchendes Dings in ihrer Hand starrte.

„Aber dafür hat der Dimensionsextraktor die Reise nicht überlebt.“

Frustriert knurrte Syrin die Nebel an. „Und nun?“

„Müssen wir wohl einen anderen Weg finden.“

Rätselfrage

Für den Erfolg „Kürbisschnitzen“ müsst Ihr Kürbisse schnitzen, welche Ihr auf den Karten …

Der Zeitraum für diese Aufgabe ist abgelaufen.